Manche schreien nach Quoten, wir packen das Problem lieber an der Wurzel

Sehr geehrte Frau Vettermann,
bezugnehmend auf Ihren Beitrag zum Frauentag in der heutigen Krone „Das Selbstverständliche, das es leider nicht ist“ möchte ich gerne Folgendes sagen:

Als NEOS 2013 angetreten ist – zum ersten Mal als neue Partei bei der Nationalratswahl – war es kein Leichtes, Frauen zu einer Kandidatur zu bewegen. Dafür gibt es mannigfaltige Gründe, die natürlich ernst zu nehmen sind bei der Frage der Teilhabe von Frauen allgemein an der Politik. Zu Beginn waren wir 2 Frauen und 7 Männer im Parlament. Ein Bild, das wir selbst nicht gut fanden. Uns war schon damals bewusst, dass wir Anstrengungen unternehmen müssen, um Frauen zu motivieren sich politisch zu engagieren und haben rasch begonnen Maßnahmen wie ein Promotorinnenprogramm auf den Weg zu bringen.

Als Bewegung haben wir oft bewiesen, dass wir Frauen sehr gerne in die erste Reihe stellen: Ob mit Angelika Mlinar in der Europawahl, Barbara Unterkofler in der Stadt Salzburg, Sabine Scheffknecht in Vorarlberg oder mit mir in Wien: Erfolgreiche Wahlen wurden seither von Frauen geführt. Insgesamt sind wir in drei von fünf Landtagswahlen mit einer weiblichen Spitze in den Wahlkampf gezogen. Im Vorarlberger Landtag haben wir einen 100-prozentige Frauenanteil, im Wiener Gemeinderat 40 Prozent. 37 Prozent unserer Bezirksrät_innen sind Frauen, die Bezirksgeschäfte werden in 34 Prozent von Frauen geführt.

Im Wiener Gemeinderat sind wir auch die einzige Partei, die mit mir über eine Klubvorsitzende sowie auch eine Klubdirektorin verfügt. Ebenso bin ich die einzige weibliche Parteichefin Wiens. Wir geben den Kritikern in dem Punkt recht, dass in unseren Reihen noch einiges zu tun ist – aber wir wollen eine höhere weibliche Beteiligung erreichen, indem wir Frauen motivieren, aktiv zu werden und eine Umgebung schaffen, in der sie sich gerne engagieren. Manche schreien nach Quoten, wir packen das Problem lieber an der Wurzel und beschäftigen uns damit, dass die Politik als Tätigkeitsort für Frauen attraktiver wird.  Die Listenreihung von vor 3 Jahren für die Nationalratswahl können und wollen wir jetzt nicht ändern, bitten aber darum breiter an unserem Engagement in dem Bereich gemessen zu werden.

Beate Meinl-Reisinger, stellvertretende Vorsitzende und Landessprecherin Wien von NEOS

Kolumne_Vettermann_Kronenzeitung_Frauentag

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