Der Amadeus, eine Nachbetrachtung

Das war der zweite Amadeus Award, an dem ich teilnehmen durfte.

Was nehme ich mit?

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Foto: Simon Tartarotti, der Jüngere

  1. Österreichische Musik ist kraftvoll: Der Amadeus – wie auch schon die Jahre davor – ist ein kraftvolles Zeichen für österreichische Musik. Die Zahl der nominierten Bands oder Solokünstler_innen mag zwar nicht hoch gewesen sein (viele wurden in mehreren Kategorien nominiert), dennoch: das ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, denn es stellt die Spitze eines Eisberges dar, wie das heute auch von einem/einer Moderator_in/Laudator_in gesagt wurde.
  2. Musik braucht auch Markt: Die nominierten Songs wurden 11 Millionen mal geklickt, verkündete Manuel Rubey. Das ist eine großartige Zahl, aber das war inklusive Schweiz und Deutschland und das heißt auch, dass der Markt sehr klein ist. Wichtig wäre es den Fokus bei der Musikförderung darauf zu legen, dass ein weiterer Markt erschlossen wird.
  3. Zu wenig Selbstbewusstsein: Während beim Amadeus Award (zu Recht) viel über die österreichischen Radiostationen gesprochen wurde, die zu wenig österreichische Bands spielen, nahm es offenbar jeder hin, dass bei der After-Show-Party im VOGA ganz selbstverständlich das klassische internationale Disco- und Clubprogramm gefahren wurde. Einmal kurz Falco anzuspielen, ist nicht mehr ausreichend. Wie passt das zusammen?
  4. Zu viel Selbstbewusstsein: So mancher Preisträger (hier absichtlich nicht gegendert) geriert sich als Nabel der musikalischen (wie auch leider einer anderen) Welt. Das mag in Punkte Verkaufszahlen stimmen, in Punkto programmatisch-pointierter Rede für nachhaltig lebensbereichernden Mehrwert wär weniger mehr gewesen. (Ich hab halt aber auch „nur“ Töchter…)
  5. Entweder live oder fürs Fernsehen: Dass die Show für ATV live zeitversetzt ausgerichtet war, war nachteilig für das Live-Erlebnis vor Ort. Selbst Arabella Kiesbauer war es dann irgendwann zu dumm, dem Publikum immer nur den Hinterkopf zu zeigen.
  6. Tinder hat es in eine Dankesrede geschafft. Das war bemerkenswert und lustig.
  7. Ich frage mich, wann wir den Amadeus mit der öffentlichen Aufmerksamkeit begehen, die er verdient hätte. Und zwar Aufmerksamkeit auf die Musik, nicht auf wenig geistvolle Anti-political-correctness.
  8. Fan zu sein, setzt keine Reziprozität voraus. Aber unabhängig von meinem Gusto gratuliere ich allen Gewinner_innen. Ganz besonders gratuliere ich aber Arik Brauer zu seinem Lebenswerk, das so facettenhaft ist, dass so manche Preisträger noch wie ungeschliffene Schmucksteine wirken.
  9. A propos Schmuckstein: Das Volkstheater hat gefunkelt. Schön, dass es es gibt. Ich freu mich auch immer über die schönste, aber überfüllteste Theaterterrasse, die ich kenne. Hoffe die spielen nie Elisabeth II.
  10. Bei der After-Show Party hatten einige mehr als 5/8erl in Ehr‘n….

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