Mariahilferstraße neu: die Gefahr einer vertanen Chance

Nun ist es endlich soweit und endlich dürfen die Bürgerinnen und Bürger mitreden. Es gilt jedoch hopp oder drop(p) die Fußgängerzone.

Das ist insoferne beunruhigend, als andere Beispiele (schlecht eingesetzter) Elemente direkter Demokratie gezeigt haben, dass ein Thema danach jahrelang vom Tisch ist – so zB die Frage der Wehrpflicht oder eine Citymaut.

Wenn jetzt die Befragung negativ hinsichtlich der Verkehrsberuhigung ausgeht, dann war’s dann wohl auf absehbare Zeit mit der Mahü. Das wäre Schade, ja geradezu eine vertane Chance. Wie die ganze Chose insgesamt eine einzige vertane Chance ist.

Stadtplanung muss heutzutage in ständigem Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern passieren. Zugegeben – die Grünen haben Dialogrunden gemacht auch vor der probeweisen Einführung der Fuzo. Wirkliche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger war das jedoch nicht, zumal man ja ein gewünschtes Ergebnis durchpeitschen sollte, das ja in der Dimension kein reines Stadtplanungsprojekt ist sondern DAS Prestigeprojekt der Wiener Grünen in der Stadtregierung.

Viel wurde schon geschrieben darüber, ob man ein derartiges Projekt überhaut probeweise einführen kann. Ich behaupte: ohne bauliche Maßnahmen, nein. Und dann wäre es kostenmäßig nur schwer erklärbar, dass es probeweise passiert. Aber eine Fußgängerzone muss ausschauen wie eine, sich anfühlen wie eine und ich persönlich habe meinen Kleikindertest: würde ich meine Kinder dort herumlaufen lassen? Nein, würde ich nicht. Dann fehlt aber das Entscheidende: nämlich das Gefühl dafür, was eine Fuzo bringen kann.

Und da komm ich zum springenden Punkt: zum Gefühl. Die Grünen haben es verabsäumt Lust auf da Projekt zu machen. Lust durch Beteiligung, durch Mitgestaltung. Was hätte man machen können? Wettbewerbe für die Gestaltung des öffentlichen Raums, Ideenaufruf für Kunst im öffentlichen Raum Projekte. Skizzen und Modelle (bitte mit Kostenrechnungen!!! – in einer dermaßen verschuldeten Stadt ein unbedingtes MUSS), die man lustvoll zeigen hätte können und dann die Bürgerinnen und Bürger befragen. Ja die Bürgerinnen und Bürger – und selbstverständlich auch die Unternehmen dort – wirklich beteiligen am Prozess. Lustvoll, inklusiv, ergebnisoffen.
Jetzt wird einiges nachgeholt. Jetzt kursieren Videos und jetzt werden hunderttausende Euro in Kampagnen gesteckt, die selbstverständlich alle die Gefühlswelt ansprechen sollen. Das Geld wäre in einem Vorzeigebeteiligungsprozess, der Vorbildcharakter hätte entwickeln können, besser investiert gewesen…..

Wir NEOS sind für das Projekt. Warum? Rein prinzipiell weil die Zukunft der Stadt – einer wachsenden Stadt – nicht in Durchzugsstraßen liegen kann. Weil Stadtplanung heutzutage Begegnungsräume schaffen muss und einen lebendigen, erlebbaren und lustvollen öffentlichen Raum gestalten soll. Weil es um die Lebensqualität der Menschen geht und nicht, um das bessere Fortkommen der Autos.

Allerdings darf keine unüberwindbare Mauer entstehen. Querungen sind mit Sicherheit sinnvoll.

Ob Radfahrer dort fahren sollten (ich unterstelle, dass es den Grünen primär überhaupt um die gegangen ist, denn als Radfahrerin kann ich sagen, dass die Mahü schwierig war, denn die Fahrbahn war simpel zu eng für Autos und Radfahrer und die Steigung stadtauswärts führt dazu, dass die Radfahrer auch langsam unterwegs sind), kommt darauf an. Worauf? Welche baulichen Maßnahmen man setzen kann um zu verhindern, dass es ein Rad – Highway wird. Hier kommt wieder mein Kleinkindertest ins Spiel…

Ich halte es für wichtig klar Position zu beziehen. Nur zu kritisieren ist zu wenig.

Verkehrsberuhigung ja.

Ich mach die Augen zu und sehe eine lebendige Straße, mit Cafés und Sitzmöglichkeiten, mit Kunstprojekten und Kindern, die spielen. Ich sehe Interaktionen, Gespräche. Und ich sehe einen Regionalmarkt, der jeden Samstag auf der Mahü Stellung bezieht. Aber zugegeben: wenn ich die Augen schließe, dann scheint über der Mahü immer die Sonne 🙂

13 Kommentare zu “Mariahilferstraße neu: die Gefahr einer vertanen Chance

  1. „Verkehrsberuhigung“ hat einen Preis. Wien hat ringförmige Hauptverkehrsadern. Diese müssen mit effizienten radialen Verbindungen versehen werden. Die MaHü war nie eine davon, da schon eher die Gumpendorfer Strasse.
    Einkaufen bedeutet auch logistische Aufgaben lösen. Will man etwas größeres einkaufen fährt der Wiener in ein Einkaufscenter am Stadtrand oder in NÖ. Warum etwas verändern was gut funktioniert hat? Kaum ein AUtofahrer verwendete die MaHü als Durchzugsstrasse. Die Gehsteige waren extrem breit und Querungen waren jederzeit möglich. Einzig bessere Parkmöglichkeiten und eine Reduktion der geparkten Autos wären möglicherweise hilfreich gewesen. Doch wie die Stadtpolitik mit Parkplätzen umgeht und damit MEHR Verkehr produziert hat uns diese Regierung ja gezeigt.
    Was aber das Chaos dieser vertanen Chance jedenfalls zeigt ist die völlig Planungsunfähigkeit und einen Zugang zu Bürgerbeteiligung und direkter Demokratie einer Partei die sich als „basisdemokratisch“ missversteht. Rücksichtslose Manipulation in Verkleidung der direkten Demokratie ist verabscheuenswürdig. Frau Vizebürgermeisterin bricht mit den Grundsätzen nicht nur ihrer Partei sondern jeglicher demokratischen Grundsätzen. Verkehr ist ein extrem heikles und komplexes Thema und kann nciht mit idiologischen Scheuklappen behandelt werden. Verkehrsberuhigung ja? Kommt drauf an wo, wie und welchen Preis man bereit ist dafür zu zahlen.

  2. Darf ich aus den Zeilen rauslesen, dass NEOS Wien (oder ganz NEOS österreich?) die gleiche anti-autofahrer einstellung wie die Grünen haben? Man kann ja prinzipiell für eine Fuzo sein, ok. Aber der Seitenhieb mit der Citymaut gefällt mir überhaupt nicht. Ich dachte die NEOS stehen für die Freiheit statt das abgrenzen? Am liebsten gleich noch eine Mauer um Wien bauen, damit ja kein Besucher mehr Wien besuchen will?

    Wenn Sie schon so schön von bürgerbeteiligung reden (die ich auch sinnvoll finde!), dann aktzeptierens bitte, dass 77% der leute gegen eine Citymaut war, und probieren sie nicht den Hochmut der Grünen zu haben alles besser wissen zu wollen. Worin dieser Hochmut endet, sieht man sehr schnell, und der Höhenflug der NEOS könnte so schnell wieder vorbeisein wie er gekommen ist.

    Und das gleiche gilt auch auch für die Fuzo: Wenn die Bürger dagegen sind, warum wollens das auf biegen und brechen durchsetzen? Wenn die Leute dafür sind, ists ja eh gut, aber Politik sollte sich NIE gegen die Leute stellen.

    PS: Ich habe im Nationalrat die NEOS gewählt, hatte das auch auf EU-Ebene vor, aber wenn die NEOS mir jetzt auch schon vorschreiben wollen wann ich das Auto verwenden soll und wann nicht, werd ich bei Wien2015 definitiv eine andere Partei wählen.

    • Sehr geehrter Herr Max,

      nein, das dürfen Sie nicht. Wir wollen prinzipiell so wenig wie nötig verbieten und schon gar nicht das Autofahren. Dass aber im Individualverkehr nicht das Konzept für die Zukunft einer wachsenden Stadt liegen kann, sehe ich aber schon. Wir stehen jedenfalls für differenzierte Debatten – dazu gehört auch die Frage, wie man die Menschen dazu bringt, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Da muss man primär das Angebot verbessern. Also Öffi-Ausbau. Und Autofahren nicht fördern wie beipielsweise durch die Pendlerpauschale.
      Selbstverständlich ist ein Votum zu akzeptieren. Das ist doch nicht die Frage. Und dennoch kann ich anderer Meinung sein. Schauen Sie doch mal in die Schweiz und die Kommentare zur gestrigen Volksentscheid. Ich denke, es ist legitim zu sagen, dass man das nicht gut findet. Ebenso unerfreulich finde ich es, dass über die Wehrpflicht nun wohl auf längere Zeit nicht diskutiert werden wird….

      Schöne Grüße
      Beate Meinl-Reisinger

      • Liebe Beate,

        einerseits vielen Dank für die (rasche) Antwort!

        Und ja, ich gebe Ihnen eh in den meisten Punkten recht und bin ja auch für den Öffi-Ausbau und andere Maßnahmen damit alternative Fortbewegungsmittel *gerne* verwendet werden. Aber ich halte einfach überhaupt nichts von Maßnahmen a la Parkpickerl bis in den Wienerwald oder ähnlichem die dazu dienen das Auto bewusst schlecht machen zu wollen und es nur noch von Gutverdienern die sich Garagenplätze/Citymaut leisten können verwendet werden kann.

        Zur Bundesheerbefragung: Ich war auch für das Berufsheer akzeptiere aber trotdzem, dass die Zeit dafür in Österreich (leider) noch nicht reif ist. Ebenso die von Ihnen angeführte Schweiz-„Problematik“. Aber wenn man die Mehrheit zu solchen Sachen ignoriert, ignoriert man die Gründe warum sich überhaupt Mehrheiten dafür finden. Viel wichtiger (leider sicher nicht einfacher!) ist dass man die Leute von positiven Neuerungen (bspw. auch die Mahü, oder Berufsheer) überzeugt. Wenn man das geschafft hat, hat man sich ein neues Projekt wirklich verdient. Marketing muss nun mal auch ein wesentlicher Teil der Politik sein, wenn man will dass die Bürger positiv über Neuerungen denken.

        Noch dazu dienen solche Abstimmungen immer auch dazu, sich überhaupt Gedanken über Verkehr, Landesverteidigung, Zuwanderung zu machen und tritt eine öffentliche Diskussion an. Das ist ja nicht schlecht, oder?

        Also ich freu mich auf jedenfall auf euer Wahlprogramm in Wien 2015,

        LG Max

  3. Wie stellen sich die Neos die Lösung des Parkproblems für Autos von Handwerkern wie Spenglern, Tischlern, Installateurren etc. vor? Die können Ihre Arbeit nicht machen, ohne einen Bus oder eine Pritsche, die während der Arbeit in der Nähe abgestellt werden müssen!

    • Sehr geehrter Herr Kyral,

      ja ich gebe zu, dass das schwieirg ist – allerdings stellt sich die Frage auch bspw. in der Kärntnerstraße.

      Schöne Grüße

      Beate Meinl-Reisinger

  4. Seit ich in Pension bin und keine kritischen geschäftlichen Termine mehr habe, fahre ich in Wien nur dann mit dem Auto, wenn dies mit den Öffis zu umständlich oder zu zeitraubend ist. Bei Terminen in den mit der Bahn leicht erreichbaren Landeshauptstädten verwende ich diese.
    Ich halte es auch für dringend notwendig, dass ein mittelfristiges Verkehrskonzept für Wien erstellt wird – aber weniger für die innerstädtischen Bezirke – da sehe ich eigentlich keine dramatischen Zustände (vor allem, wenn die Mahü wieder für den Autoverkehr zugelassen wird), sondern eher , um auf das prognostizierte Bevölkerungs-Wachstum zu reagieren. Dazu gehört vor allem der Ausbau der U-Bahnen, Schnellbahnen und der Autobusse in die / den wachsenden Stadtvierteln. Weiters sind Park- and Ride-Möglichkeiten in Wien und Umland stark auszubauen und deren Gebrauch finanziell zu fördern.
    Zugleich gilt es aber , Realitäten anzuerkennen. Autofahrten sind in einer Stadt eine wirtschaftliche und persönliche Notwendigkeit – bei den heutigen Benzin- und Mechanikerpreisen fahren ohnehin wenige Bürger freiwillig und aus Jux und Tollerei mit dem Auto. Für die heutige (städtische) Jugend ist das Auto ohnehin kein Prestigeobjekt mehr, Car-Sharing wird sich immer mehr verbreiten (und gehört ebenfalls gefördert) und – speziell die Stadtautos – werden immer mehr Hybrid oder Elektroantirebe bekommen. Immer mehr Bürger verwenden – vor allem bei kürzeren Wegen und bei einigermaßen schönen Wetter – das Fahrrad. Das entsprechende Wegnetz ist relativ gut ausgebaut und soll (aber bitte nicht auf Kosten von Staubildung der Autos) weiter verbessert werden.
    Es spricht daher alles dafür , ein Verkehrskonzept für ALLE Bürger und gleichberechtigt für ALLE Verkehrsteilnehmer zu entwickeln und es gibt wenig bis kein Argument die diesbezüglichen Maßnahmen in einem Autobashing und weiteren finanziellen Raubzügen gegen die Autofahrer münden zu lassen.
    Im Vergleich zu Paris, Rom, London , aber auch München ist der Autoverkehr in Wien – abgesehen von ein tageszeitbedingten paar hot-spots – großteils flüssig und für eine Stadt relativ problemlos. Noch dazu zeigt der Trend der Autofahrten eher nach unten, was sich (sehe oben) in Zukunft noch verstärken soll.
    Es ist für mich daher nicht schlüssig, dass so viele Menschen reflexartig (und meiner Meinung nach kaum den wirklichen Istzustand reflektierend) eifrig mit dem Kopf nicken, wenn es darum geht für Verkehrsberuhigung zu sein. Noch dazu – man sieht es am Beispiel Istzustand MAHÜ – der Verkehr nur von einer Straße auf andere verlegt wird (und dort mehr Stau, mehr Luftverschmutzung, mehr Ungemach für die dortigen Bewohner verursacht, als wenn man diesen auf die vorhanden Verkehrsadern verteilen würde).
    Und wenn Bewohner des 6./.en Bezirk plötzlich drauf kommen, dass in diesen Bezirken wenig Grün und ach so viel Verkehr ist und deswegen die MAHÜ zu einer (mit neuen, teuren Pflastersteinen begrünte ?) „Freizeitoase“ werden soll, dann dürfte diesen entgangen sein, dass der Grünanteil und der verkehrsmäßige Istzustand seit der Schleifung des Linienwalls (also seit 1895) gegeben ist. Warum haben sie sich dann in diesen Bezirken und nicht in Liesing, Donaustadt,.. angesiedelt ? Haben diese Leute noch nicht die U4 entdeckt, die sie innerhalb kurzer Zeit nach Schönbrunn und in den Lainzer Tiergarten bringt, wo sie in grüner Landschaft schwelgen können ?
    Und wenn Sie – Frau Beate Meinl – die Augen zu machen und „und eine lebendige Straße sehen, mit Cafés und Sitzmöglichkeiten, mit Kunstprojekten und Kindern, die spielen sowie einen Regionalmarkt, der jeden Samstag auf der Mahü Stellung bezieht und deswegen diese für den Autoverkehr mutwillig sperren lassen wollen (wissen Sie übrigens , dass es diesen Regionalmarkt trotzt Autoverkehrs am sogenannten „Platzerl“ schon gibt und dass ein ähnlicher jeden Freitag auch auf der Lerchenfelderstrasse auf dem mit Pflastersteinen neu „begrünten“ Altlerchenfelderplatz trotz starkem Durchzugsverkehr stattfindet) , dann könnte ich mit gleichem Recht sagen (wohne in der Myrthengasse) , mir erscheint bei zugemachten Augen das Gleiche auf der Lerchenfelderstrasse , andere sehen die Josefstädterstrasse so , die Alsergrunder träumen von einem „MAHÜ-Zustand“ auf der Alserstrasse,… Was für die einen recht ist, muss für die anderen billig sein – sperren wir also alle Zufahrtsstraßen vom Gürtel in die Stadt , damit unseren armen Kinder endlich auf der Straße spielen können !
    Meinem Verständnis nach stehen die NEOS für sparsame und sinnvolle – das heißt auch NUTZVOLLE – Verwendung von Steuergeldern. Die neue MAHÜ würde uns mindestens 25 Mio € (im unwahrscheinlichen Fall, dass das erste Mal ein öffentliches Projektbudget nicht überzogen würde) – daher muss man sich als NEOS fragen: Wem nützt eigentlich die neue MAHÜ – sind das so viele Bürger, dass dieses Geld dafür und nicht für Investitionen in Schulen, Unterstützung jugendlicher Arbeitslosen, Förderung von arbeitsplatzgenerierenden Wirtschaftsunternehmen,…) ausgegeben werden soll ?
    Wem nützt also die Fußgängerzone ?

    1.) Den Fußgängern nicht – die hatten vorher schon extrem breite Gehsteigen auf denen man locker die Opernballeröffnung durchführen konnte. Und im Gegensatz zur Kärntnerstraße / Graben Ist die Mariahilferstraße vor allem zum Geschäfte schauen und Kaufen da – da geht man natürlich in der Nähe der Geschäfte und brauch die Straßenmitte nicht.

    2.) Den Geschäftsleuten nicht – weil diese starke Umsatzeinbußen vor allem auch in den Seitenstraße haben- Nicht umsonst weigern sich die Grünen mit einer sehr fadenscheinigen Ausrede , dass diese und deren Mitarbeiter befragt werden. Außerdem steigen deren Kosten, weil der Zulieferverkehr umständlicher und damit teurer wird.

    3.) Den Autofahrern nicht, weil diese große Umwege (mit entsprechender erhöhten – und durch die dadurch entstehenden Staus noch verstärkten Umweltverschmutzung) zurück legen müssen.

    4.) Dem Großteil der Bewohner nicht, die – siehe 3.) – mehr Verkehr und größere Umwege machen müssen

    5.) Den Taxipassagieren nicht, weil sie wegen der verlängerten Wege mehr zahlen müssen

    Ich habe eigentlich gehofft, dass die NEOS einerseits erkennen, wie wichtig die Förderung der Wirtschaft für den Wohlstand unseres Landes ist und dass man daher alle mutwilligen Maßnahmen, die sich gegen die Wirtschaft wenden – und das grüne Mariahilferstraßenprojekt ist eindeutig ein solches (= mutwillige Zerstörung einer bestens funktionierenden Einkaufsstraße)- bekämpfen muss. Außerdem hatte ich gehofft, dass die NEOS gegen Verschwendung von Steuergeld und sich für das Verwenden dieser knappen finanziellen Ressourcen, die wir uns alle mühsam erarbeiten müssen, für Projekte , die uns ALLE weiter bringen , einsetzen.

    Daher bin ich schon sehr enttäuscht, dass die Entscheidungsträger der NEOS anscheinend ein Projekt unterstützen, dass praktisch niemanden nützt (siehe oben) , und das mindestens 25 Mio € Steuergeld verschwendet.

    • Sehr geehrter Herr Podiwin(?),
      Wie Sie richtig anmerken, ist Wien eine stark wachsende Stadt. Laut Prognosen kommt in den nächsten fünfzig Jahren noch einmal mehr als 400.000 Einwohner_innen dazu – das ist mehr als Graz und Salzburg zusammen. Wie ich oben bereits geschrieben habe, kann zukunftsfähige Mobilität in Wien nicht primär auf motorisiertem Individualverkehr beruhen. Ein großes Verkehrsberuhigungskonzept wie die Mariahilfer Straße muss auch in Zusammenhang mit der Frage diskutiert werden, wie wir uns in Zukunft in der Stadt fortbewegen wollen. Das passiert aber derzeit nur sehr eingeschränkt.-

      Es ist auch klar, dass in einem gewissen Ausmaß Autoverkehr zwischen Gürtel und Innenstadt möglich sein muss. Im Gegensatz zu Josefstädter oder Alser Straße ist die Mariahilfer Straße primär eine Einkaufs- und keine Wohnstraße und war zudem schon vor der Verkehrsberuhigung keine funktionierende Durchfahrtsstraße zwischen City und Gürtel. Ich halte es deshalb für sinnvoller hier eine FuZo zu errichten, als in den von Ihnen erwähnten Straßen.

      Für eine sinnvoll umgesetzte Verkehrsberuhigung im Rahmen eines ganzheitlichen Verkehrskonzeptes halte ich es schon für gerechtfertigt, für die Umsetzung auch Geld in die Hand zu nehmen. Allerdings muss auch diese Frage ZUVOR diskutiert werden, BEVOR man Maßnahmen einleitet. Denn klar ist auch, dass es hinsichtlich des Schuldenstands der Stadt Wien gute Überlegungen für Ausgaben geben muss bzw. die Bürgerinnen und Bürger darüber bescheid wissen sollten. Für noch weniger gerechtfertigt halte ich es allerdings, große Summen für „Informationskampagnen“ auszugeben, die besser in innovative Bürgerbeteiligungsmaßnahmen investiert gewesen wären.

      Dass die Geschäftsinhaber von der Befragung der Stadt Wien ausgeschlossen werden, sehe ich genauso kritisch wie sie. Ob eine Fußgängerzone (im vollen Ausbaustadium) dem Umsatz eher zu- oder abträglich ist, lässt sich nur spekulieren. Laut Umfrage der Wirtschaftskammer Wien gab es tatsächlich Umsatzeinbußen bei 31 % der Unternehmen. Das kann aber weniger auf die Verkehrsberuhigung an sich, als auf grobe Fehler in der Umsetzung (fehlende Querungen, mangelhaftes Verkehrskonzept für die umliegenden Bezirke) zurückgeführt werden.

      Schöne Grüße
      Beate Meinl-Reisinger

      • „Laut Umfrage der Wirtschaftskammer Wien gab es tatsächlich Umsatzeinbußen bei 31 % der Unternehmen. Das kann aber weniger auf die Verkehrsberuhigung an sich, als auf grobe Fehler in der Umsetzung (fehlende Querungen, mangelhaftes Verkehrskonzept für die umliegenden Bezirke) zurückgeführt werden.“

        Das seh ich ganz genau so. Aber das zeigt eben auch, dass es gefährlich sein kann wenn man die Autofahrer durch die erwähnten Maßnahmen ganz vergraulen will. Es wird immer Leute geben, die einfach mit dem Auto fahren wollen. Und ob es verkehrs-/umwelttechnisch gescheiter ist, die durch ganz Wien Richtung SCS/Donauzentrum/G3 zu schicken sei mal in Frage gestellt.

        Daher find ich ihr Konzept der Förderung der alternativen Verkehrsmittel eh absolut wichtig, aber die Brechstangenmentalität gegen Autofahrer kann wirtschaftlich als auch umwelttechnisch sehr gefährlich sein.

    • Bisserl realitätsfern. Autofahrten sind eine persönliche Notwendigkeit? Radwegnetz ist gut ausgebaut? Finanzielle Raubzüge gegen die Autofahrer? In welchem Wien leben sie?

      Autofahrer decken ein Drittel der von ihnen verursachten Kosten. Die restlichen zwei Drittel müssen von der Allgemeinheit aufgebracht werden. Autofahrer sind also stark subventioniert!

      Weiters stehem dem MIV in Wien 80% des öffentlichen Raumes zur Verfügung! Alleine zirka 25% sind Parkplätze!

      Wenn sie Pensionistin sind – und nicht Frühpensionistin mit 46 – dann müßten sie sich doch an früher erinnern, meine Eltern haben mir erzählt, daß es früher möglich war in vielen Gassen auf der Straße zu spielen, weil eh nur ein bis zwei Autos pro Tag durchgefahren sind. Wer ist also jetzt Opfer und wer ist der Täter? Wie sie sehen, ist der Autofahrer der Täter, der sich als Opfer ausgibt. Unverschämtes Pack!

      Ach ja, noch zu den 25 Millionen: Die Renovierung der Fuzo Meidlinger Hauptstraße hat das selbe gekostet. Wissen sie, was der Lobautunnel kosten wird? 3 Milliarden. Wissen sie, was die neue Gürtelauffahrt auf die Südosttangente gekostet hat? Und die Renovierung des Laaerbergtunnels? Wie schaut es aus mit dem Umbau der 2er-Linie, damit sie durchgehend dreispurig wurde? War alles im dreistelligen Millionenbereich. Finanziert durch die Allgemeinheit zum alleinigen Nutzen für die Autofahrer.

      • Sie werfen Realitätsferne vor, argumentieren aber mit höchst diskussinswürdigen zahlen. ich weiß ja nicht wie alt ihre Eltern sind und welche Strasse von zwei Autos durchfahren wurde. Ihre Beschimpfungen sind untergriffig und entlarvt ihren Kommentar als das was er ist. Ich brauche mein Auto um meinen Job zu erledigen und Steuern zu zahlen. Ihr zumindest einseitige Betrachtung und ihr Stil machen ihren Kommentar entbehrlich. Die „Renovierung“ der Mahü war sicher kein Wunsch der von ihnen beschimpften Autofahrer.

    • Tut mir leid, aber ich bin als Radfahrer mit zwei Kindergartenkindern, die schon sehr gut Radfen NICHT gleichberechtigt!!!
      Wenn Sie sich das einreden, belügen Sie sich selbst.
      Es gibt auf der Straße keinen Platz für uns, sogar in Gassen, wo fast kein Verkehr ist, sind Autofahrer extrem ungeduldig, wenn sie mal hiahren mü
      Es ist saulaut. Ich kann mit den Kindern fast nicht kommunizieren.
      Ich muss teilweise auch auf dem Gehsteig Angst um die kKleinen haben, weil die Autos so knapp und schnell vorbeifahren.
      Wieso jammern bitte die Autofahrer immer, obwohl sie wirklich bevorzugt sind?

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